HERZZEIT
Ingeborg Bachmann und Paul Celan
Ingeborg Bachmann, geboren am 25.6.1926 in Klagenfurt, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kärnten. Von 1945 bis 1950 studierte sie Philosophie, Psychologie, Germanistik und Rechtswissenschaften. Die Erzählung Die Fähre war 1946 Ingeborg Bachmanns erste Veröffentlichung. Mit Celan verband sie Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis.
Ingeborg Bachmann erhielt 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband Die gestundete Zeit. Sie veröffentlichte zahlreiche Erzählungen und Gedichtbände und schrieb ausserdem Hörspiele und Opernlibretti.
Ab 1960 lebte sie mit Max Frisch in einer gemeinsamen Wohnung in Rom. Ihr erster Erzählband Das dreißigste Jahr erschien 1961 und erhielt den Deutschen Kritikerpreis.
1963 begann sie die Arbeit an der unvollendet gebliebenen Romantrilogie Todesarten, von der sie 1971 den ersten Band Malina veröffentlichte.
1964 wurde Ingeborg Bachmann der Büchner-Preis zuerkannt. Sie lebte ab 1965 in Rom.
In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 erlitt sie in ihrer Wohnung durch einen Brand schwere Verletzungen, an deren Folgen sie am 17. Oktober 1973 starb.
Paul Celan wurde am 23. 11. 1920 in Czernowitz in Nordrumänien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1940 wurde die nördliche Bukowina und somit auch Celans Heimatstadt Czernowitz von der Sowjetunion eingenommen. 1941 besetzten rumänische und deutsche Truppen Czernowitz, die Juden wurden in ein Ghetto gezwungen. Celans Eltern wurden 1942 in ein Lager deportiert., dort starb sein Vater an Typhus, seine Mutter wurde erschossen.
Nach dem Aufenthalt in verschiedenen Arbeitslagern reiste Celan 1945 aus der Sowjetunion aus, lebte für einige Zeit in Bukarest als Übersetzer und Verlagslektor, dann in Wien und ab 1948 schliesslich in Paris. Noch im selben Jahr erschien mit Der Sand aus den Urnen sein erster Gedichtband, der zunächst keine Beachtung fand.
Im Mai 1948 begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Sie verband bis 1961 mit Unterbrüchen eine Liebesbeziehung und Freundschaft.
Celan heiratete im November 1952 die Künstlerin Gisèle de Lestrange. 1952 erschien bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein Gedichtband Mohn und Gedächtnis mit dem berühmten Gedicht Todesfuge. 1955 erhielt Celan die Staatsbürgerschaft der Republik Frankreich.
Die Umstände und das Datum von Celans Tod sind nicht geklärt. Vermutlich am 20. April 1970 suchte er den Freitod in der Seine am Pont Mirabeau.
