GÜSEL

Umsetzung

Sprachliche Umsetzung

In GÜSEL wird verschiedenen Gegenständen aus dem Müll das Wort übergeben. So stehen ausnahmsweise Dinge im Zentrum des Geschehens, die sich sonst keiner verbalen Sprache bedienen. In GÜSEL können sie jedoch sprechen, sprechen sogar in Versform und verpacken ihre Geschichten und all das, was sie sonst noch sagen wollen, in Gedichte. Der Einsatz von Versen ist in GÜSEL sehr bewusst gewählt. Die Eloquenz und Schönheit der gereimten Sprache soll im Widerspruch stehen zum achtlos weggeworfenen Müll, soll ihn auf diese Weise aufwerten und über seine vermeintliche Wertlosigkeit erheben.

 

Inhaltliche Umsetzung

Die zu vermittelnden Inhalte in GÜSEL werden einerseits auf der sprachlichen Ebene umgesetzt aber auch über die schauspielerische, körperliche sowie tänzerische Interpretation. Die ausgewählten Müllgegenstände beschäftigen sich hauptsächlich mit sich selbst und mit der Tatsache, dass die Welt keine Verwendung mehr für sie hat. Sie machen sich Gedanken über das Besondere an ihrer jetzigen Existenz, über das, was ihr Dasein bedingt, über das Material, aus dem sie bestehen, über ihre Inhalte, ihre ehemalige Gebrauchsanwendung und eben, über ihre ganz persönliche Duftnote. Die Auseinandersetzung mit ihrem Schicksal des Weggeworfenseins hat an und für sich schon etwas Theatralisches und so bietet das Herausschälen möglicher Charaktere der einzelnen Müllgegenstände eine grosse Vielfalt an schauspielerischen, körperlichen und sogar tänzerischen Umsetzungsmöglichkeiten.

 

Musikalische Umsetzung

Die Musik spielt in GÜSEL eine wichtige Rolle, und zwar im doppelten Sinn. Einerseits spielt der Musiker Andi Peter die Rolle der musizierenden Banane. Andererseits spielt die Musik selbst eine Rolle, nämlich die Rolle der Sinnlichkeit. Die charakterlich individualisierten Interpretationen der einzelnen Müllgegenstände, wie auch ihre je typischen Bewegungsabläufe finden in der Musik ihre Entsprechung, werden entweder aufeinander abgestimmt oder dienen sich gegenseitig als Ergänzung. So werden die Protagonisten des Mülls für die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur sichtbar, sondern auch auf der musikalische Ebene und somit sinnlich erfahrbar. Ziel ist das Zusammenspiel von Musik, Schauspiel und Bewegung. Der Musiker, oder besser die Banane vertont das Geschehen im Stück simultan. Einzelnen Bewegungen werden zum Beispiel spezielle Geräusche zugeordnet und die verschiedenen Charaktere der Müllgegenstände erhalten ihr eigenes Soundgewand. Andi Peter wird in GÜSEL vor allem mit der Stimme arbeiten. Ferner kommen noch eine Surfgitarre und das Krakelörgeli zum Einsatz.

 

Bühnentechnische Umsetzung

Der Bühnenraum in GÜSEL wird nahe an das Publikum gekoppelt sein, damit das interaktive Spiel möglich wird. Ein ca. 7 auf 5 Meter grosser Teppich bestimmt die Bühnengrösse. Am Rande des Teppichs werden die Kinder sitzen. In der linken hinteren Ecke des Teppichs liegt ein umgekippter überdimensionaler Abfallsack, während sich der Musiker und sein Instrumentarium rechts vorne des Teppichs befinden. Der Abfallsack ist agil und kann von innen her ähnlich wie eine Handpuppe bedient werden. Die einzelnen Müllgegenstände kriechen aus dem Inneren des Abfallsacks hervor und nehmen für ihre szenischen Aktionen den ganzen Teppich in Beschlag. 

 

 
 
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