GÜSEL

Thematik

Das Kindertheaterstück GÜSEL greift dieses Spiel mit schillernden Realitäten insofern auf, als dass es Müllgegenstände, die den Kindern aus ihrem Alltag bekannt sind, personifiziert und in einen anderen Kontext einbettet. Dem scheinbar Wertlosen wird Leben eingehaucht, eine Sprache verliehen. Geschichten über die Herkunft der Dinge werden während des Stückes mit den Kindern gemeinsam erfunden, mögliche Geräusche, welche die Gegenstände von sich geben, entstehen im Moment des Betrachtens. Das direkte Einbeziehen der jungen Zuschauer zeigt die Welt vom GÜSEL als eine sich stets entwickelnde und sich stets verändernde Welt. Theater für kleine Kinder sollte eine spezifische räumliche Anordnung aufweisen. Kinder, die ihre Welt sinnlich-körperlich erfassen, sind ein sehr präsentes Publikum. Sie unterscheiden sich von erwachsenen Zuschauern in so fern, als dass sie sich noch an keine theatralen Konventionen halten, wie beispielsweise still sitzen und aufmerksam sein. Ihr Erleben wird auf körperlicher und stimmlicher Ebene wahrnehmbar. Sie fordern die Aufmerksamkeit durch den Spieler förmlich ein. GÜSEL entscheidet sich darum, keine strikte Trennung von Bühne und Zuschauerraum zu machen. Die Kinder sitzen mit Kissen auf der Spielfläche. Diese räumliche Nähe ist auch insofern interessant, als dass die dadurch entstehende Intimität auch die soziale Dimension des Theaters erfahrbar macht, die bei einem so jungen Publikum wichtig scheint. GÜSEL soll aber auch das erwachsene Publikum ansprechen, denn kleine Kinder kommen nicht alleine ins Theater. Die Reaktionen der Erwachsenen, ihre Haltung gegenüber dem Bühnengeschehen, ihre Präsenz oder Abwesenheit überträgt sich indirekt auf die Kinder. Nur wenn sich die theatrale Kommunikation an beide DialogpartnerInnen richtet, kann das Potential der Erwachsenen als erfahrene Bezugspersonen, mit der Eigenheit der Kinder, sich unmittelbar verführen zu lassen, in einen produktiven Austausch gebracht werden. GÜSEL legt über die visuelle und über die tänzerische Ebene eine Basis, welche die kleinsten Zuschauer anspricht. Die Gedichte und die Geschichten fordern die etwas grösseren Kinder heraus. Die teils auch ironische Auseinandersetzung mit der «Müllfrage» richtet sich eher an den erwachsenen Begleiter.

 

 

 
 
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