GÜSEL - EIN KINDERSTÜCK
Synopsis
Einleitung
Ein überdimensionaler Güselsack liegt umgekippt auf dem Boden. Er gewährt uns Einblick in eine stinkende Welt voller Überraschungen. Der Aufstand des Güsels! Oder: Der Schatz im Güselsack! Dinge werden beiläufig in den Müll entsorgt, aber sie sind noch lange nicht tot! Beispielsweise die Cherrytomatenverpackung: Schwungvoll, ohne jemals im Mittelpunkt des Geschehens gestanden und das Gegenteil bewiesen zu haben, fliegt sie wenige Sekunden nach ihrer Entfernung in den Güselsack. Was erzählt uns die durchsichtige Verpackung? Bis anhin Beobachterin des Reifungsprozesses der sich rötenden Tomate, die im Grunde eine Erdbeere sein wollte, nun aber schon lange verschlungen, dem menschlichen Heisshunger ausgeliefert, im Magen rumpelt. Schüchtern und gleichzeitig laut, entlarvt das Papierchen sich knisternd als grosse Poetin.
Idee
Es geht um die Dinge, die wir nicht mehr brauchen und um ihre Transformation. Wir werfen sie weg, in den Müll. Ab jetzt sind sie für uns ein Tabu. Sie sind zum Tode verurteilt. Besonders den Kindern wird täglich eingetrichtert, die Finger von dem Dreckszeug zu lassen. Wir brechen das Verbot! Wir spielen mit dem Müll und erwecken ihn zum Leben.
Betritt man einen Supermarkt, starren uns aus den Regalen die unterschiedlichsten Verpackungen entgegen. Die Verpackungen sind nach Gebrauch noch lange nicht verschwunden. Sie werden verarbeitet, verbrannt, wiederaufbereitet. Teilweise schwimmen sie als Inseln auf dem Meer. Unzerstörbar. Je länger je mehr wird der Abfall zu einem wichtigen Rohstoff.
Ziel ist die Sensibilisierung der Kinder für die Materialien des Alltages und deren Funktionen und Geschichten. Wir wollen den Kreislauf der Dinge offenlegen und die Wertschätzung der Dinge und die Wiederverwertung von Abfall spielerisch umsetzen.
Kinder von drei bis sechs Jahren
Gerne entwickeln wir ein Stück für Kinder. Sie können der Poesie des Alltags gut folgen und reagieren aufmerksam auf die Musikalität von Sprache. Wir möchten sie durch die Fokussierung von weggeworfenen Sachen zum Lachen und Weiterdenken bringen und sie zu einem behutsamen Umgang den unbeachteten Dingen gegenüber motivieren. Gleichzeitig lassen wir uns von der Spielfantasie der Kinder inspirieren. Das Stück ist für Kinder gestaltet, soll aber auch für den Erwachsenen unterhaltsam sein.
Das Stück
Das Stück besteht aus fünf bis zehn kurzen Geschichten über Güselbewohner. Es soll nicht viel länger als sechzig Minuten dauern. Neben der Umsetzung von Spiel und Musik, wird jeder Geschichte, ein nicht zu kompliziertes aber informationsreiches Gedicht zugeordnet.
Das Gedicht der braunen Banane wird auch ihren Geburtsort und ihre Anreise nicht auslassen. Das Schöne am Schicksal der Banane ist, dass sie nach einer Veränderung ihres Kleides von grün zu gelb dann braun gepunktet bis hin zur schwarzen harten Hülle, auch nach ihrer Verwesung noch weiterleben wird. Sie wird zu Erde und erwacht wieder zum Leben. Dieses Mal vielleicht als Spinat.
Oder der Kaugummi. Ausgekaut, seines Geschmackes beraubt, lässt er seiner verbleibenden Elastizität freien Lauf und berichtet von der nun zerflossenen, erfrischenden Wirkung auf den ihn Kauenden. Von der Gefährlichkeit der Zähne, der Weichheit der Zunge und seiner Resistenz gegen die Magensäfte.
Vielleicht hat auch ein grosses Geschwister sein kleines Geschwister entsorgt. Aus Eifersucht. Und das Baby erzählt uns mit der Sprache des Säuglings von der Eifersucht und kann erstaunliche Ratschläge geben.
Die Kinder werden die Möglichkeit bekommen, sich in die Gegenstände einfühlen zu können und ihre Situation zu begreifen. Die sprechenden Gegenstände haben verschiedene Charaktereigenschaften: Ein durchsichtiges Knisterpapierchen ist schüchtern, die Banane extravagant und die Zitrone sauer.
Ensemble
Eva Maria Küpfer
Raffael Urweider
Aite Tinga
Stefanie Grob
Matto Kämpf
Unterstützt durch:
Aargauer Kuratorium, Stadt Aarau, Kulturkontakt Aargau-Belarus BKS, Pro Helvetia
