Pressezitate

(...) Viel passiert in der Inszenierung von Nils Torpus und dem Theater Marie nicht. Doch die unaufgeregte und glaubwürdige Schilderung von etwas, das man nur erahnen kann, berührt. Meister hatbeklemmende Worte gefunden, jenseits jeder Katastrophen-Geilheit. Nach 100 Minuten bleibt auf der Bühne ein toter Skifahrer zurück und im Saal der Wunsch nach einem Nein-Danke-Aufkleber.
Isabel Hemmel, züritpp (Tagesanzeiger)

 

(...) Wenn etwa Tappa die Erzählung der Touristin in einlullend sich wiederholender Melodie vorträgt oder Japp in stupender Nüchternheit das Geschehen rapportiert, sind das magische Momente der Vergegenwärtigung, wie sie am ehesten im Theater möglich sind: Zwischen den Worten entfaltet sich ein durch die gemeinsame Vorstellung entstandenes Bild. Der Unfall in einem Schweizer AKW und seine Folgen - er wird annähernd vorstellbar. (...)
Adrian Riklin, Die Wochenzeitung


(...) Man könnte vieles kritisieren an diesem Stück, das die Dinge nur parallel setzt, statt sie miteinander zu verbinden und das auf eine Form des – dezidiert Partei ergreifenden – politischen Theaters zurückzugreifen scheint, wie sie einst von Peter Weiss oder Heinar Kipphardt gepflegt worden sind. Aber man kommt nicht daran herum zu anerkennen, dass es damit Nils Torpus und seinem kleinen feinen Ensemble gelingt, mitten im Zentrum des mit Atomkraftwerken besonders reich gesegneten Schweizer Kantons Aargau eine Aufführung zu präsentieren, die einen gerade mit ihrer etwas monotonen, aber eindringlichen Spielweise in einer Hinsicht nachdenklich stimmt, die zu verdrängen sich einmal bitter rächen könnte.
Charles Linsmayer, www.nachtkritik.de

 

(...) Auch wenn die politische Folie sich im Verlauf des Stücks löst – denn es sind im Grunde vier Einzelgeschichten, die da vom Autor erzählt werden –, hält die Aufführung die Spannung. Weil überzeugend vorgetragen wird, wie Meister sich den Alltag in der Apokalypse vorstellt: Mit Pickups samt verrohten Schergen auf der Ladefläche, die sich bekriegen, mit Polizeikommandanten und Militärs, die die Schweiz unter sich aufgeteilt haben, mit Kindern, die über Atommüllfässern (das Mittelland wird von der EU als Endlager genutzt) Frösche braten. - Hypothetische Spinnerei vielleicht. Beklemmend auf jeden Fall.
Renato Beck, Basler Zeitung Kultur

 
 
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